Le saint patron des backpackers von Dominique Strévez La Salle

Jérôme Baril ist 19. Er kommt aus einem kleinen Ort namens Saint-Silence in der frankokanadischen Provinz Québec. Nach der Schule und vor seinem weiteren Bildungsweg, womöglich an der Universität, bricht er für ein Jahr nach Europa auf. Mit seinem bepackten Trekkingrucksack steht er am Bahnhof von Füßen, nachdem er in München zur Zeit des Oktoberfestes gewesen war. Während der Bahnhof für die Nacht zugesperrt wird, begibt sich Jérôme auf die Suche nach einer Unterkunft. Da die Hotels zu teuer sind und das Budget schmälern, keine Frau in Sicht ist, bei der er übernachten könnte, plant er, zu zelten und landet erst einmal in einer Bar, in der er Oliver Strebe kennenlernt. Oliver Strebe, ein ehemaliger Nazi, nimmt den jungen Rotschopf aus Québec bei sich auf. Nachdem Oliver sich von seinen Nazieinstellungen abgewendet hat, beherbergt er oft Fremde in seiner Wohnung. Eines Tages hat er auch Nil kennengelernt, Nil, der ebenfalls aus Québec kam und den Jérôme auf seiner weiteren Reise noch treffen würde.

Jérôme war auf den europäischen Kontinent als Jungfrau gekommen und fest entschlossen, entjungfert heimzukehren. Doch in seinen Annäherungen an das weibliche Geschlecht tut er sich schwer. In Bratislava verliebt er sich in die Rezeptionistin Dania. In der Jugendherberge, dem Ort der Begegnung unterschiedlicher Kulturen, lernt er auch Nil kennen. Er ist ein ehemaliger Philosophiestudent, der bereits vor vielen Jahren Québec verlassen hatte. Mit der Zeit wird er zu einer Art Vorbild für Jérôme. Und Jérôme wird zum Retter von Nil, der bei einer Demonstration in den Niederlanden einen Polizisten tödlich verletzt hat, daraufhin verhaftet und ins Gefängnis gebracht wurde. Von Bratislava macht Jérôme sich auf den Weg, Nil aus dem Gefängnis zu befreien und mit ihm unbemerkt durch Europa zu reisen.

Der erste Roman von Dominique Strévez La Salle kommt als Bildungsroman daher, in dem doch mehr geschieht als man erwartet. Liebe, Freundschaft, Abenteuer und Heimweh sind nur einige Zutaten für den Roman. Die erste große Reise, die einen mit sich selbst konfrontiert, endet mit einer Rückkehr, bei der man nicht mehr der gleiche ist wie zu Beginn.

 

 

Dominique Strévez La Salle: Le saint patron des backpackers
Roman
XYZ éditeur, 2015
170 Seiten
21,95 $

 

 

Ein Zitat:
« Je savais qu’il était onze heures du soir, parce que le train était parti de Munich à neuf heures pile, et rien ne peut vraiment retarder les Allemands, même pendant l’Oktoberfest, quand des milliers d’entre eux calent des bières jusqu’à tomber dans le chemin. Donc, je savais l’heure, mais je l’ai demandée pareil à une jolie blonde sur le quai… Le sang battait dans mes tempes, comme chaque fois où je parlais aux filles… Elle a montré une énorme horloge juste à côté ; j’ai dû sourire comme un cave… Tout à coup, les gens sortaient des parpluies, le ciel venait de creve comme un abcès et c’était chacun pour soi… Évidemment, j’ai perdu la fille.
C’était le déluge tout le long de la gare, mais à l’intérieur, on barrait les portes, on éteignit les lumières, etc. Je me suis caché sous le toit, près d’une maquette du terminal, exacte jusqu’au détail infime des tuiles d’ardoise. Sur la maquette, il n’y avait pas de banc, ça fait que j’ai arrêté de chercher alentour et j’ai laissé tomber mon sac comme un paquet de roches. » – Dominique Strévez La Salle: Le saint patron des backpackers, XYZ éditeur, 2015, S. 9