Québecer lesen … #2

Vergangenen Sommer habe ich die Reihe „Québecer lesen …“ lanciert. Während meines Aufenthalts in der kanadischen Metropole Montréal, durch deren Straßen ich regelmäßig flaniere und deren Cafés ich gerne entdecke, befragte ich die Québecer nach ihrer aktuellen Lektüre bzw. ihrer Lieblingslektüre. Die Bücher, die sie mir nannten, dienen mir als Leseempfehlung, der ich gerne nachkomme. Bei meinem letzten Aufenthalt im herbstlichen Montréal setzte ich die Reihe fort. Die Leseempfehlungen erhielt ich wieder an den verschiedensten Orten.
Nachdem Jérôme Minière vor Kurzem seinen ersten Roman L’enfance de l’art (XYZ éditeur) in der montréaler Buchhandlung Raffin vorgestellt hat, teilte mir ein junger Mann seine persönliche Lieblingsautorin mit. Umgeben von all diesen schönen Büchern in einer Buchhandlung suchte er gezielt nach dem Buch Aux jardins des acacias von Marie-Claire Blais (Boréal). Aux jardins des acacias ist der siebte Band aus der Reihe mit dem Titel Soifs, die es seit 1995 gibt.
Marie-Claire Blais ist eine wichtige Autorin in der Québecer Literatur. Ihr erstes Buch La belle bête veröffentlichte sie mit 20 Jahren. 1965 erschien ihr Roman Une Saison dans la vie d’Emmanuel, der in mehrere Sprachen übersetzt und 1973 von Claude Weisz verfilmt wurde. Es folgten zahlreiche weitere Werke.

Marie-Claire Blais: Aux jardins des acacias
Roman
Boréal, 2014
224 Seiten
25.95 $

Die zweite Empfehlung erhielt ich von einem sympathischen Typ, der auf einer Veranstaltung zur Veröffentlichung zweier Neuerscheinungen von Les Éditions de Ta Mère in die ersten Seiten von Sports et divertissements von Jean-Philippe Baril Guérard vertieft war. Zwar konnte er mir noch nicht ausführlich von dem Debütroman erzählen, aber dafür ist bemerkenswert, dass der Roman es kurz nach seinem Erscheinen auf die Liste der zwölf ausgewählten Québecer Romane für den Prix des libraires du Québec 2015 geschafft hat.

Jean-Philippe Baril Guérard: Sports et divertissements
Roman
Les Éditions de Ta Mère, 2014
246 Seiten
20 $

Ergänzt wurden die Empfehlungen durch einen Krimi, dessen Veröffentlichung schon etwas weiter zurückliegt. La lune rouge von Jean Lemieux (La courte échelle, 2009) erschien zum ersten Mal 1991 beim Verlag Québec Amérique, im Jahr 2000 dann in einer Neuauflage bei La courte échelle, wo es 2009 als Taschenbuch herauskam. Mit dem Titel Red Moon wurde der Roman beim anglokanadischen Verlag Cormorant Press veröffentlicht. Eine Übersetzung ins Deutsche liegt ebenfalls vor: bei Droemer Knaur erschien der Roman 2007 mit dem Titel Das Gesetz der Insel.

Jean Lemieux: La lune rouge
Krimi
La courte échelle, 2009
260 Seiten
14,95 $

Ich bedanke mich herzlich bei den angetroffenen Lesern in Montréal, die ihre aktuelle Lektüre mit mir geteilt haben. Den einen oder anderen dieser Titel gibt es demnächst auf quélesen. Bis dahin wünsche ich allen Lesern eine gute Lektüre!