Sainte-Souleur. Récits du presque pays von François Racine

Es ist insbesondere die Geschichte des französischsprachigen Amerikas, die den Autor François Racine interessiert. Ausgewählte Momente dieser Geschichte verarbeitet er in zahlreichen formal wie stilistisch unterschiedlichen Kurzgeschichten. Sainte-Souleur – der erste Band einer mehrteiligen Buchreiche mit dem Titel Récits du presque pays – vereint sechs Kurzgeschichten. Sie heißen „Cœurs rivaux“, „Au Pied-du-Courant“, „Les Corneilles“, „À cause“, „D‘un géant l‘autre“ und „Gone, gone, gone“ und basieren auf Mythen, Legenden und historischen Figuren.

„Les Corneilles“ z.B. erzählt von einer Familie auf dem Land, die dem zeitlichen Wandel unterliegt. Während der alleinerziehende Vater die Hilfe seiner Kinder auf dem Hof braucht, eröffnen sich ihnen ganz andere Möglichkeiten, sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Es zieht sie weg vom Land in die Stadt, und die USA lockt mit lukrativer Arbeit in der Mine. So verschwindet ein Kind nach dem anderen, bis nur noch die älteste Tochter da ist, die zunehmend am Vater verzweifelt, der die Augen vor der Realität verschließ.

François Racine unterrichtet Literatur an einem Cégep in Montréal und verbringt die unterrichtsfreie Zeit mit dem Schreiben. 2014 hat er bei Québec Amérique sein erstes von bisher sechs Büchern veröffentlicht. 2018 erschien mit Sainte-Souleur der erste Band seiner mehrteiligen Buchreihe Récits du presque pays. 2019 folgte Saint-Calvaire und 2022 Saint-Tourment.

 

 

François Racine: Sainte-Souleur. Récits du presque pays
Kurzgeschichten
Québec Amérique, 2018
248 Seiten
22,95 $

 

 

Die in dem Band enthaltene Kurzgeschichte „Les Corneilles“ hat Till Bardoux für die zweisprachige Anthologie Pareil, mais différent – Genauso, nur anders (dtv) ins Deutsche übersetzt.
Auf bookandyou-ca.de stellt der Autor sie in wenigen Worten vor.

Ein Zitat:
« C’était un matin comme les autres à Notre-Dame-des-Cent-Douleurs. La famille Cormier s’était réveillée comme chaque jour au chant du coq des voisins Beaulieu. Attablés pour le déjeuner autour de le théière, de couennes de lard et de galettes de sarrasin, tous étaient là, dans les rayons du soleil de juillet reflétés par les champs dorés à travers la fenêtre de la grande cuisine. » – François Racine: Sainte-Souleur. Récits du presque pays, Québec Amérique, 2018, S. 85 („Les Corneilles“)