Mal élevé von Stéphane Dompierre

Mal élevé von Stéphane Dompierre beginnt so: Alex Simard zieht mit seiner Freundin Sandrine zusammen. Es ist das erste Mal, dass er mit einer Frau eine Wohnung teilt und sein Leben. Er ist verliebt in Sandrine und ist sich sicher, dass er mit ihr den Rest seines Lebens verbringen wird.

Alex ist Musiker und schreibt seine eigenen Songs. Während die eigene Musikkarriere mit einer seiner beiden Bands noch in den Startlöchern steckt, schreibt er auch mal einen Song für andere Musiker, deren Sterne in die Höhe schnellen. Doch eigentlich tut er das ungern. Sein Manager Fred rät ihm aber dazu, denn die Demoaufnahmen seiner Bands liegen bei den Labels, ohne das etwas passiert oder ein Plattenvertrag angeboten wird. Fred unterstützt ihn schon eine Weile und als sie mit Sandrine als Band Kitchen auftreten, glaubt er, dass es endlich losgehen könnte. Als Alex ihr seine neuesten Songs vorspielte und sie die Lyrics sang, war er begeistert. Sie sang seine Texte viel schöner als er und hauchte ihnen Leben ein. Sie wurde Teil der Band. Sie spielten weiterhin in kleinen Bars vor wenig Publikum und für wenig Geld. Fred hielt eine Ansprache, dass sie ihren Stil ändern müssten, um erfolgreich zu werden und dass sie einen Radiohit bräuchten. Das, was sie bisher spielten, würde nie ausreichend Zuhörer in Québec finden. Sie müssten endlich wirtschaftlich denken und anfangen, Kompromisse einzugehen. Alex sieht das anders. Für ihn zählt die Leidenschaft für das, was er tut und so gestaltet sich sein Blick auf die Musikindustrie ironisch. Außerdem glaubt er, nichts anderes tun zu können, als Musik zu machen.

In seiner Familie blieben er, sein Bruder und sein Vater allein zurück, nachdem seine Mutter weggegangen ist. Sein Bruder und sein Vater schienen eine Einheit zu bilden. Sie arbeiteten gemeinsam in Handwerksberufen. Nur Alex interessierte sich für Musik und hatte nicht die Unterstützung seiner Familie, die er sich erhofft hatte.

Mal élevé, in der Alex Simard die Hauptrolle erhält, nachdem er in dem Roman Un petit pas pour l’homme als Freund von Daniel bereits eingeführt wurde, ist eine Aneinanderreihung von teilweise lustigen Episoden des Zusammenlebens mit einer Frau und einer mittelmäßigen Karriere, die nicht planbar ist. Den einzelnen Kapiteln werden Kurztexte über Musiker und TV-Stars vorangestellt, die überwiegend tragisch sind. Un petit pas pour l’homme und Mal élevé bilden zusammen mit Tromper Martine eine Trilogie.

 

 

Stéphane Dompierre: Mal élevé
Roman
Québec Amérique, 2007
200 Seiten
19,95 $

 

 

Ein Zitat:
« Il m’a assuré que notre dernière maquette était dans tous les bureaux des étiquettes de disques de la ville, que les réponses ne sauraient tarder. Que nous allions signer un contrat de disque bientôt. De ne pas m’inquiéter. De laisser le temps accomplir son ouvrage. Mieux vaut tard que jamais. Pas de nouvelles, bonnes nouvelles. Ce genre d’idioties. Il m’a ensuite demandé ce que je pensais de Marie-Jeanne. Je n’en pensais rien. Une autre chanteuse sans talent qui devrait se faire écrire de meilleures chansons.
Fred m’a annoncé ce qu’il croyait être une grande nouvelle : elle cherchait des auteurs-compositeurs pour son troisième album. Il connaissait son imprésario. ‹ Tu devrais saisir l’occasion et lui envoyer un truc vraiment pop, blablabla, opportunité, blablabla, ne pas manquer une chance pareille, blablabla. › Je lui ai promis d’y réfléchir, puis je me suis excusé, j’avais quelque chose sur la cuisinière qui débordait, il fallait que j’aille voir, pire, le feu semblait pris dans la cuisine mais je ne pouvais pas en être sûr, le fil du téléphone ne se rendait pas, on se rappelle, promis, demain ou le jour suivant ou celui d’après ou. J’ai lancé le sans-fil sur le fauteuil avant d’aller terminer ma bière sur le balcon.
Tranquille.
Enfin, presque. J’ai pensé à Marie-Jeanne, trois cent mille copies vendues par album au Québec. Partie vivre en France. Succès énorme dans tous les pays francophones. Il lui suffit de changer de coiffure pour apparaître en couverture de tous les journaux à potins. Une seule de mes chansons interprétée par elle et ma valeur marchande atteindrait des sommets.
J’ai appliqué la deuxième couche de bleu dans la salle de bain. En attendant l’inspiration. » – Stéphane Dompierre: Mal élevé, Québec Amérique, 2007, S. 17