Lesung von Ryad Assani-Razaki in Berlin

Gestern im Heimathafen Neukölln gegen 19:50 Uhr: Kaum ein Stuhl ist unbesetzt als Annette Wassermann vom Wagenbach Verlag die Lesung mit Ryad Assani-Razaki eröffnet. Für die nächsten 1 ½ Stunden dreht sich alles um den Debütroman des frankokanadischen Autors. Darin erzählt er von Kindern, die sich selbst überlassen und auf der Suche nach einem anderen Leben sind.

Der Roman spielt in einem unbenannten afrikanischen Land. Der Autor selbst stammt aus dem westafrikanischen Staat Benin, den er in den 1990er Jahren verlassen hat, um in den USA und Kanada zu studieren. Die späteren Besuche in seiner Heimat waren von Fragen begleitet, die Ryad Assani-Razaki dazu führten, sich mit den Beweggründen auseinanderzusetzen, die Menschen dazu bringen, ihrer Heimat den Rücken kehren zu wollen. Diese Frage hatte er im Kopf, als der Informatiker La main d’Iman zu schreiben begann. 2009 erschien der Roman in Québec. Fünf Jahre später liegt er in deutscher Sprache vor und sein Autor ist auf Lesereise in Deutschland unterwegs.

Iman, übersetzt von Sonja Finck, die an diesem Abend dolmetschte, erzählt die Geschichte von Kindern, die nicht mit den besten Chancen ausgestattet sind, um ein selbstbestimmtes Leben zu leben. Toumani, Alissa und Iman leben in einem System, das es ihnen ursprünglich ermöglichen sollte, bessere Chancen zu bekommen. Doch nachdem sie von ihren Eltern vom Land in die Stadt geschickt wurden, erleben sie Gewalt und Einsamkeit.

In einer gelungenen Mischung aus einem Interview von Katharina Teutsch mit dem Autor und der Lektüre von französischen und deutschen Passagen aus dem Roman – die deutschen Passagen wurden von Denis Abrahams gelesen, die französischen vom Autor selbst – bot sich dem Publikum ein interessanter und informativer Abend. Man bekam nicht nur einen Eindruck vom Roman, sondern erfuhr auch etwas über die Kultur in Benin.

Ryad Assani-Razaki: Iman
Roman, aus dem Französischen von Sonja Finck
Verlag Klaus Wagenbach
320 Seiten
22,90 €

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