In On a tout l’automne kehrt die Erzählerin und Hauptfigur ein Jahr später nach Salluit zurück; dieses Mal nicht, um die Kinder den Sommer über zu beschäftigen, sondern um die Sprache weiterzulernen und mit Schülerinnen und Schülern an Gedichten zu arbeiten, die sie in ihrer Muttersprache Inuktitut verfassen. Dafür hat sie den ganzen Herbst lang Zeit.
Am Flughafen von Puvirnituq trifft die Erzählerin auf das erste bekannte Gesicht, in Salluit dann auch auf Maggie, Denis und Nathan. Sie sind älter geworden, sodass sie nun mit ihnen auf Quads umherfährt, feiert und die Probleme mitbekommt, mit denen sie sich herumschlagen, etwa der Verlust eines Freundes oder der Übergriff auf eines der Mädchen. Doch auch wenn sie viele bekannte Gesichter wiedersieht, dauert es eine Weile, bis sie sich einlebt. Schließlich ist da noch Gabriel, mit dem sie den nächsten Schritt gehen möchte. Übers Telefon hält sie ihn über ihr Projekt auf dem Laufenden, über ihren Alltag, und dazwischen kundschaftet sie ihre gemeinsame Zukunft aus. Und wenn sie danach in Salluit unterwegs ist, lässt sie die Umgebung auf sich wirken, auf einmal überlagern sich die Zeitebenen und sie erinnert sich an ihre Mutter, die sie zu früh verloren hat.
Der Ton in On a tout l’automne ist ruhig, die Geschichte durchwirkt von Landschaftsbeschreibungen in heimischen geografischen Begriffen und weiteren Wörtern in Inuktitut. Schließlich entstehen Gedichte, die sie mithilfe von Mary und Emalla ins Französische übersetzt, bis der erste Schnee fällt und Nordlichter zu sehen sind.
Roman
La Peuplade, 2022
216 Seiten
23,95 $ / 18 €
« Nakurmiik!
(Merci !)
Mon premier mot en inutitut : quelques syllabes timidement adressées aux caissières de la Coop, aux enfants qui m’aidaient à ranger le matériel. Je prononçais à la française, sans étirer le double i.
Je tendais l’oreille, mais je ne distinguais rien, au début, que des phrases fondues l’une dans l’autre en une longue mélopée. Peu à peu, les sons ont commencé à apparaître, me laissant deviner les contours des mots. Certains semblaient revenir plus souvent; je les notais, je demandais leur signification aux enfants.
Immaqaa (peut-être). Ulikattaq (veste). Siaru ai (attends)» – Juliana Léveillé-Trudel: On a tout l’automne, La Peuplade, 2022, Seite