An einem der ersten wirklich lauen Frühlingstage laufe ich unter einem leicht bewölkten Himmel zur Métro. Es ist ein Samstagmorgen Ende April, und erstaunlich viele Menschen sind bereits unterwegs zu verschiedenen Veranstaltungen, jetzt, da sich das Leben wieder langsam nach draußen verlagert.
Mein Ziel ist das Hotel10 in der Rue Sherbrooke. Hier findet vom 24. April bis zum 2. Mai die 20. Ausgabe des Literaturfestivals Metropolis Bleu unter dem Motto „Rêves & utopies“ (Träume und Utopien) statt. Im Rahmen des Festivals werden sowohl im Hotel10 als auch in verschiedenen Montréaler Buchhandlungen zahlreiche Konferenzen, Lesungen und Preisverleihungen organisiert. Ein Kinderprogramm gibt es ebenfalls. Beim Betreten des Hotels komme ich an großen Bannern vorbei, auf denen in großen Buchstaben Blue Metropolis Bleu geschrieben steht: Der Fokus des Literaturfestivals liegt auf der Vielsprachigkeit und kulturellen Diversität kanadischer, Québecer und internationaler Literatur. Tatsächlich reicht allein in den vier Veranstaltungen auf meiner Liste die Altersspanne der Autor·innen von 16 bis 94, und auf den Bühnen werde ich unter anderem Innu-Aimun, Englisch, Italienisch und Französisch aus Québec und von Anderswo hören.
THE PLANET IS BURNING. HOW DO WE LIVE? – DIE ERDE BRENNT. WIE LEBEN WIR? – 10 Uhr
In der ersten Diskussionsrunde zum Thema Klimawandel werden die südafrikanische, in Montréal lebende Autorin Kasia Van Schaik (We have never lived on earth, University of Alberta Press 2022), der anglokanadische Nathan Hellner-Mestelman (Cosmic wonder: Our place in the epic story of the universe, Linda Leith Publishing 2024) sowie die Québecer Autorin und Verlegerin Catherine Leroux (L’avenir, Alto 2020) zu ihren Büchern interviewt. Schaiks Kurzgeschichtensammlung folgt dem Scheidungskind Charlotte Ferrier auf verschiedenen Lebensstationen zwischen Südafrika, British Columbia und Mexiko, wo sich der Klimawandel stets auf unterschiedliche Arten zeigt. Hellner-Mestelmans Text mit Illustrationen des Autors vermittelt Inhalte der Astrophysik an ein Laienpublikum, und Leroux‘ Text zeigt den Zerfall von Infrastruktur in einer alternativen Version Detroits, und wie die verschiedenen Bewohner·innen und Gemeinschaften damit umgehen.
Wann beginnt die Zukunft?
Trotz dem Titel L’avenir ist Leroux‘ Buch in einem fesselnden Präsenz erzählt. Nur die Kinder, die in einer geheimen, autonomen Gemeinschaft im Wald wohnen, benutzen regelmäßig falsche Verbformen, erst den Perfekt, dann Konjunktiv und schließlich Futur in Sätzen, wo es eigentlich gar nicht passt. Das kann man auf ihren mangelnden Zugang zu Bildung schieben, in dem subtilen Sprachspiel werden die Kinder aber auch zum Sinnbild für Resilienz und Hoffnung. Leroux hat sich dafür von Recherchen über Māori-Frauen aus Neuseeland inspiriert: In deren Glauben erweitern Kinder die eigene Lebensspanne, weil man auf den eigenen Nachwuchs sowie deren zukünftige Kinder schaut und instinktiv für diese Zeit vorausdenkt, selbst wenn sie bis lange nach dem eigenen Tod reicht.
Der Physiker Hellner-Mestelman verfolgt einen anderen Ansatz und redet in klugen und sehr bedacht gewählten Wörtern über das ewige Fortlaufen der Zeit, das außerhalb unseres Einflussbereichs liegt. Wie riesig ist die Zeit im Vergleich zu unserer kurzen Existenz auf Erden? Und wie wichtig ist es, in diesem Kontext die Langwierigkeit von Problemen wie der Klimakrise zu begreifen – Probleme, die sich einfach nicht in demokratischen Vierjahreswahlperioden denken lassen. Wie kann man diese verschiedenen Frequenzen miteinander vereinen?
Leben wir schon in der Zukunft?
Kasia Van Schaik und Catherine Leroux unterhalten sich über die Erfahrung, dass sich eine Geschichte manchmal sehr unwahrscheinlich anfühlt, obwohl sie eigentlich recht nah an der Realität ist. So ersann Van Schaik einen aus Sicht der Autorin übertriebenen, dystopischen Waldbrand, der über einen See springt – nur um ein Jahr später eben jene Nachricht in der Zeitung zu lesen. Und Leroux verriet, dass in einer früheren Version ihres Romans ein mysteriöses Virus um sich griff, das sie kurz vor Erscheinen des Buches 2020 noch herausgekürzt hat. Manchmal beschreibt man eben unwissentlich die Gegenwart.
Wie über Zukunft schreiben?
Die Québecer Autorin wirft klassischer Science-Fiction eine gewisse Nachlässigkeit vor: Eine Katastrophe bringe dort zwangsläufig das Schlimmste im Menschen zum Vorschein. Der Herr der Fliegen beruhe beispielsweise auf einer wahren Begebenheit, die allerdings sehr viel weniger dramatisch und gewaltsam verlief als das Buch selbst. Wenn die so dystopische Zukunft nun aber unsere Gegenwart sei, fragt Leroux, müssten wir nicht heute origineller werden? Müssten wir nicht kreativer und anders über Lösungen schreiben und das Narrativ von einer wohlwollenden Gesellschaft schaffen, das dann wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung wirken kann? Mit L’avenir hat die Autorin auf jeden Fall eine Alternativweltgeschichte geschrieben, die Elemente von Utopie, Dystopie und magischem Realismus enthält. Und muss man den Text unbedingt einem festen Genre zuschreiben, wenn es ihn eher in eine Schublade zwängt, als bei seiner Interpretation zu helfen? Eine Person aus dem Publikum schlägt Leroux „hope punk“ als Genre für L’avenir vor. Denn trotz der ernsten, bisweilen pessimistischen Handlung kreiere das Ende des Buches ein Gefühl der Erhabenheit und plädiere in jedem Fall dafür, nicht passiv zu bleiben. Van Schaik wirft diesbezüglich den Begriff der „dystopian hopefullness“ ein. Und Hellner-Mestelman überlegt, ob uns die Welt heute vielleicht so klein und eng erscheint wie noch nie, weil immer neue Enthüllungen über versteckte Strukturen und Systeme offenbar werden, eine schockierender als die nächste. Aber vielleicht ist unsere Gesellschaft auch immer offener dafür, diese Dinge zu verstehen?
UN POÈME PEUT-IL CHANGER LA VIE? – KANN EIN GEDICHT DAS LEBEN VERÄNDERN? – 11:30 Uhr
Derselbe Raum, dieselbe Bühne im Untergeschoss. Während auf der Hauptbühne im Erdgeschoss eine große Preisverleihung stattfindet, sitzen hier vor kleiner Runde die Innu-Dichterin Rita Mestokosho, gekleidet in traditionelle Weste und Schmuck, und die 94-jährige, mexikanisch-stämmige Autorin und Literaturwissenschaftlerin Margo Glantz. Mestokosho ist die erste publizierte indigene Dichterin Québecs. Ihr Werk hat den Weg für andere Dichterinnen wie Joséphine Bacon und Natasha Kanapé Fontaine geebnet.
Ich bin gespannt und stelle mich auf eine etwas ruhigere Stunde ein. Sofort werde ich eines Besseren belehrt: Den einleitenden Vorschlag der Moderatorin an Mestokosho, mit dem Vorlesen eines Gedichtes zu beginnen, schlägt diese aus, denn sie beginne lieber mit einem Gesang. Sie möchte für Margo singen, die Älteste im Raum, die kukum, die Großmutter, la abuela. Sie bittet uns alle die Augen zu schließen. Die etwa 15, im Raum verstreut sitzenden Anwesenden kommen ihrer Bitte nach. Und schon erklingt ihre raue, durchdringende Stimme. Mestokoshos Gesang bewegt sich durch den Raum, geht durch die Stuhlreihen, von Mensch zu Mensch. Irgendwann nähert sich die Stimme meinem Platz, und plötzlich spüre ich eine ruhige Hand zwischen meinen Schulterblättern. Hand und Stimme verweilen eine Sekunde, dann ziehen sie weiter.
Wir verbringen danach eine persönliche und intime Stunde, in der es um die Beziehung zum Wald, zur Erde, das Lebendig-Halten von Kultur und Sprache geht, und um die Faszination für bestimmte mystische Figuren.
Warum schreiben?
Glantz schreibt für sich selbst, aus einer Dringlichkeit heraus. Als junge Frau stieß sie zufällig auf die mexikanische Nonne und Dichterin Juana Inés de la Cruz, und verfiel ihr sofort. Sie verschrieb ihr Leben dieser mittelalterlichen Figur, hat fünf Bücher über sie verfasst. Auf die Frage, was an dieser Frau sie angezogen habe, antwortet sie schlicht und einfach: Alles.
Mestokosho schreibt Wörter nieder, die sie als Kind gehört hat. Bis zu ihrem dritten Lebensjahr lebte sie mit ihrer Familie als Nomadin im Wald und sprach nur Innu-Aimun. Es ist die Sprache ihrer Großeltern, die für sie Kraft und Sicherheit verkörpern. Als Jugendliche erfuhr sie zum ersten Mal Ausgrenzung, erlebte ihre Innu-Identität plötzlich als „Anderssein.“ Französisch zu lernen war für sie wie eine Reise. Jetzt schreibt sie Gedichte auf Innu-Aimun und auf Französisch, baut Brücken zwischen den Sprachen, den Geschichten und Kulturen. „Wir brauchen Glauben und Hoffnung heutzutage“, erklärt sie.
Wieso Gedichte?
Poesie ist für Mestokosho ein freier Ort, an dem sie ihr Innu-Sein und ihr Selbst ausdrücken kann. Das Gebiet, nutshimit (Innu-Aimun neben „Gebiet“ auch „Landesinnere“ oder „Herkunftsort“), ist für sie beim Schreiben allgegenwärtig. Nutshimit sind auch ihre Großeltern, die die Sprache des Waldes sprechen. Nun möchte Mestokosho das Innu-Aimun in ihre Poesie einbinden. Selbst wenn es eine Herausforderung ist, in dieser Sprache mündlicher Tradition zu schreiben, oder aus dem Französischen in sie zu übersetzen. „Innu-Aimun ist immer in Bewegung“, sagt Mestokosho. Und obwohl es schwer ist, schreibt sie, denn die Sprache ist bedroht.
Wie weitermachen angesichts des drohenden Aussterbens der Sprache?
„Die Sprache des Waldes und der Erde“, wie sie es ausdrückt, sei ein kaum greifbares Mysterium, ein Schweigen von großer Kraft. Unumwunden, natürlich, stark. Mestokoshos Vorfahren zogen frei umher, sie waren Teil des Gebiets. „Auch wenn etwas verloren geht, besteht die Hoffnung fort“, sagt sie. Neben ihrer eigenen Dichtung sucht sie andere Kanäle, um die Sprache weiterleben zu lassen. So hat beispielsweise ihre Mutter, die letzte Nomadin ihrer Familie, sich bereit erklärt, vor die Kamera zu treten. Es ist ein Film geworden über die Begegnung zwischen Mestokosho, der Frau aus der Stadt, und ihrer Mutter, der Frau des Waldes.
So sind die Literatur und der Wald also wie ein Verlust, aber deshalb noch kein Anlass zum Trauern. „Denn“, so sagt Mestokosho, „was kommt, sind die Kinder. Wir müssen die Momente der Traurigkeit durchleben. Die Kraft kommt, weil wir wissen, wohin wir gehen.“
L’IMAGINATION ROMANESQUE A-T-ELLE TOUS LES DROITS? – WAS DÜRFEN ROMANE? – 13 Uhr
Eine Stunde später in einem kleinen Raum im Erdgeschoss des Hotel10. Die Bühne ist voll: Vier Autor·innen aus Frankreich und Québec tauschen sich über ihre Schreibstrategien und ihre Beziehung zu Fiktion aus. Hervé Le Corre, bekannter französischer Krimiautor, Éric Chacour, in aller Munde wegen seines kürzlich erschienenen Debütromans Ce que je sais de toi (Alto 2023) über das Ägypten der 1980er, wieder Catherine Leroux, deren jüngstes Buch Peuple de verre (Alto 2024) die Wohnungskrise in Montréal thematisiert, und Paul Saint-Bris, ein Nachwuchsautor aus Frankreich, dessen Roman L’allègement des vernis (Philippe Rey 2023) die hypothetische Restaurierung der Mona Lisa ins Auge fasst.
Wie viel Realitätsnähe bzw. -ferne ist in der Fiktion sinnvoll?
Laut Leroux hat das nicht nur mit der Realität, sondern auch mit unserer Vorstellung von der Realität zu tun. Hier klingt das Gespräch aus der ersten Veranstaltung über die Klimakrise an: Was erscheint uns in einem Buch als dystopisch, obwohl es sich gar nicht so sehr von einer bekannten Realität entfernt? Leroux‘ neuester Roman befasst sich mit der Wohnungskrise und wird, wie andere ihrer Bücher auch, regelmäßig als Dystopie gewertet. Dabei ähneln die im Buch beschriebenen Verhältnisse jenen in britischen Arbeitshäusern, in denen die arme Bevölkerung abseits der Öffentlichkeit unter unmenschlichen Bedingungen Manufakturarbeit verrichten musste. Le Corre gibt seinerseits zu bedenken, dass die Realität vor dem Hintergrund der Pandemie und Klimakrise von sich aus so schrecklich sei, dass man sich eher zurücknehmen müsse als zu übertreiben. Im Prinzip ginge es darum, die leseverdauliche Dosis für Schockeffekte zu finden. Auch Chacour meint, dass man fürs Schreiben einen gewissen Rahmen abstecken müsse.
Was braucht es, um glaubwürdig zu scheinen?
Leroux lacht: Das sei auch eine verlagstypische Frage. Natürlich spielen die inhaltlichen Elemente hinein, aber am Ende zähle vor allem die Sprache. Die Geschichte müsse gut geschrieben sein. Man müsse vor allem dem inneren Kampf der Figuren glauben können, fügt Chacour hinzu, und Saint-Bris ergänzt, dass man sich zwar an der Realität orientiere, sie dann aber für die Erzählung nach den eigenen Bedürfnissen anordnen könne. „Aus dem Chaos Musik machen, das ist die Magie des Schreibens“, stimmt Le Corre zu.
Trotz literarischer Freiheit bleibt die Recherche ein zentraler Aspekt des Schreibprozesses. Leroux fühlte sich nach einem Jahr des Lesens über Gefängnisse und Inhaftierungsanstalten für Geflüchtete wohl genug, um auf dieser soliden Wissensbasis ihrer Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen. Aber Recherche kann viele Formen annehmen. Chacour beispielsweise war der Kontext, den er in seinem Roman darstellt, aufgrund seiner Familie schon vertraut.
Welche Verantwortung trägt Fiktion gegenüber der Realität?
Laut Leroux trägt das Genre Dystopie eine große Verantwortung, weil darin Möglichkeiten und Handlungsräume aufgezeigt werden. Chacour hingegen will, dass man vor allem der Geschichte glaubt. Eine spezifische Botschaft sendet ein literarischer Text nie, darin sind sich die vier Autor·innen einig.
DE GRANDS PETITS LIVRES: DISCUSSION SUR LA NON-FICTION D’ICI – GROßE BÜCHLEIN: GESPRÄCH ÜBER QUÉBECER NON-FICTION – 14:30 Uhr
Mein letztes Panel des Tages hat den jüngsten Altersdurchschnitt: Auf der Bühne sitzen neben Marie-Pier Lafontaine, deren Erstpublikation Chienne (Héliotrope 2019) für großes Aufsehen gesorgt hat, Benoît Jodoin (Pourquoi je n’écris pas. Réflexions sur la culture de la pauvreté, Tryptique 2024) und Laurence Gagné (S’évincer. Écriture et démantèlement, Noroît 2023). Es moderiert Nicolas Dawson, selbst Verleger und Autor (Désormais ma demeure, Tryptique 2020), außerdem jüngerer Bruder der kürzlich verstorbenen Caroline Dawson (Là où je me terre, Remue-ménage 2020). Diese vier Personen aus der Universitätswelt unterhalten sich über literarische Genrefragen, über persönliches Schreiben und Autofiktion. Die Stimmung ist aufgeladen, die Wörter sprudeln hervor.
Wie lässt sich über Trauma schreiben?
Lafontaine wirft diese Frage auf, sucht selbst noch nach Antworten. In einem Essay? In Fragmenten? In der Autofiktion sei das „Ich“ sehr nah an der Wirklichkeit, worin immer ein gewisses Risiko liege. Jodoin verweist in diesem Zusammenhang auf die Beliebtheit von Memoiren in den USA, die 60 % der New York Times-Empfehlungen ausmachen. Ginge es bei diesem Genre nicht auch darum, schlicht und einfach sein Wissen weiterzugeben, quasi dokumentarisch zu schreiben? Und werde dieses Schreiben des „Woher man kommt“ je nach Erfahrung nicht auch zur politischen Entscheidung?
Lafontaine erwähnt außerdem den ethischen Aspekt der Non-Fiction aus juristischer Perspektive. Ihr autofiktionaler, in Fragmenten verfasster Text erzählt von einer Kindheit mit einem misogynen, gewalttätigen und inzestuösen Vater. Dürfen Familienmitglieder angeprangert, denunziert werden? Wie ist es mit Situationen, die man beobachtet oder selbst erlebt hat? Haben die Menschen aus dem eigenen Umfeld ein Recht auf Anonymität und Privatsphäre? Welche persönlichen, familiären und juristischen Konsequenzen kann das zur Sprache-Bringen von familiären Tabus und Traumata nach sich ziehen? Und wie kann dieses Abwägen von Konsequenzen das Schreiben beeinflussen? Lafontaine hat mehr Fragen als Antworten, denn natürlich kann solche Dinge nur jeder Mensch für sich selbst entscheiden.
Gagné spricht über Prekarität, als Thema und als Haltung. In schmalen Sachbüchern erhalte Ästhetik eine neue Bedeutung. Lafontaine stimmt zu, dass die Form bei der Non-Fiction eine große Rolle spiele und ihre Kürze häufig auch die Intensität des Inhalts aufgreife. Ich denke an Saint-Bris Einwurf zum Anpassen der Geschichte, als Gagné das Bild von Flickarbeit in der Poesie benutzt, wo unterschiedliche Momente, Gefühle, Erlebnisse zusammengeführt werden. In der Autofiktion ginge es darum, mittels Ästhetik und Poesie die „Wahrheit in der Lüge“ zu zeigen.
Mit vollem Kopf und vielen Gedanken fahre ich an diesem Aprilnachmittag nach Hause. Ich fühle mich sensibilisiert für die zahlreichen Herangehensweisen ans Schreiben sowie für die enge Beziehung zwischen Schriftstellerei und einer kritischen Auseinandersetzung mit unserer Realität.