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quélesen: Il n’y a que les fous von Cassie Bérard (Hrsg.)

Der Wahnsinn als Thema war die Vorgabe der Herausgeberin Cassie Bérard, die schließlich zehn Texte in dem Band Il n’y a que les fous vereint. Der Band ist bei L’Instant Même erschienen. In einer Einleitung erklärt die Herausgeberin wie ihre Pläne der Anordnung scheiterten und sie vielleicht selbst in den Wahnsinn trieben. Aber dennoch ist es ihr gelungen, die Texte von François Blais, Jean-Simon DesRochers, David Bélanger, Mélikah Abdelmoumen, Mathieu Leroux, Andrée A. Michaud, Jean-Michel Fortier, Olivia Tapiero, Pierre-Luc Landry und Jean-François Chassay anzuordnen. Da ist z.B. die Geschichte von François Blais. In „Nous avons un problème“ stellt er einen Mann vor, der sich erst in das Abbild einer Frau auf einer Verpackung im Kaufhaus verliebt und seine Freizeit so oft wie möglich in ihrer Nähe verbringt und dann in die weibliche Stimme eines illegal heruntergeladenen Konvertierungsprogramms. Seine Liebe führt ihn zu langwierigen Recherchen und als er sie aufgespürt hat, belästigt er sie. Als er auf dem Weg nach Paris ist, um seine Auserwählte zu treffen, wird er festgenommen. Und das alles erscheint in Form eines Briefes des Festgenommenen an einen unbenannten Künstler.

„L’exemple du combiste périphérique“ von Jean-Simon DesRochers zeigt einen Devisenmakler, der morgens von der Vorstadt auf dem Weg zur Arbeit ins Stadtzentrum ist. Es regnet und an der überdachten Bushaltestelle wird es immer voller. Als der Bus endlich kommt und alle hineinstürmen, bleibt er zurück, entscheidet sich gegen den „Gott der Zeit“ und genießt für einen Moment die Einsamkeit, indem er sich eine Zigarette ansteckt. Dann kommt die nächste Schar an Leuten, die auf dem Weg zur Arbeit ist und sich vom Rauch belästigt fühlt. Mélikah Abdelmoumen blickt in ihrer Kurzgeschichte „Cauchemar à rebours (au pays de Charlie)“ zurück auf die Anschläge in Paris zu Beginn des Jahres 2015 und auf Ereignisse, die noch weiter zurück liegen. Eine Schreibblockade ist im Zentrum der Geschichte „DD BY“ von Mathieu Leroux, der in seinem Text auch allerhand Symbole einbaut, die auf der Tastatur eines Laptops zu finden sind. Denn wenn die Seite im Word Dokument leer bleibt, öffnen sich Browserfenster und die Ablenkung wird immer größer. Die Seite bleibt weiß.

Die zehn Autoren in Il n’y a que les fous haben auf unterschiedliche Art und Weise den Wahnsinn in ihren Kurzgeschichten eingefangen. Manche sind humoristisch, andere traurig und wieder andere bedrückend. Wer hinter den einzelnen Kurzgeschichten steckt, wird am Ende jeder einzelnen offenbart. Es folgt dann nämlich ein Hinweis zum Autor und dessen bisherige Veröffentlichungen. So gibt es die Möglichkeit, bei Gefallen des Stils eines Autors, sich gleich weitere Lektüre zu besorgen.

Cassie Bérard (Hrsg.): Il n’y a que les fous
Erzählung
L’Instant Même, 2015
156 Seiten
19,95 $


Ein Zitat:
« THE SHINING. Le troisième roman de l’Américain Stephen King, publié en 1977 et adapté au cinéma par l’Américain Stanley Kubrick en 1980, raconte aussi la démence graduelle d’un écrivain, Jack Torrence, prisonnier d’un lieu étouffant – ici un hôtel dans une ville isolée.
J’accumule une quantité industrielle d’informations qui ne servent à rien ni personne ; je les ressasse et les savoure constamment, mais suis incapable de faire apparaître quoi que ce soit sur la feuille blanche-digitale qui est devant moi. Mes doigts s’activent pour ouvrir une nouvelle fenêtre web. J’arrive à inscrire des caractères dans la barre de recherche afin de chercher des images, mais pas dans le document vide que Word a déposé sur mon desktop. Impossible de construire des phrases. » – Cassie Bérard (Hrsg.): Il n’y a que les fous (« DD BY »), L’Instant Même, 2015, S. 58