Québecer Literatur und Verlage aus Québec auf der Frankfurter Buchmesse 2015 - quélesen
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Québecer Literatur und Verlage aus Québec auf der Frankfurter Buchmesse 2015

Die Frankfurter Buchmesse fand in diesem Jahr vom 14. bis zum 18. Oktober statt. Gastland war Neuseeland. Neben dem Gastland waren wie in jedem Jahr Verlage aus der ganzen Welt vor Ort und zeigten an ihren Ständen ihre Programme und aktuelle Veröffentlichungen. In den zahlreichen Gängen und über die unzähligen Rolltreppen galt es sich den passenden Weg zum angestrebten Ort zu bahnen. Abhilfe bei Verirrung schufen die Informationsschalter. Neben der aktuellen deutschsprachigen Literatur gab es Literatur u.a. aus Frankreich, Griechenland und Québec, quer durch alle Genres. Besonders interessant in diesem Jahr fand ich die Québecer Literatur in deutscher Übersetzung. Anfang diesen Jahres veröffentlichte der mvg verlag Gleich klatscht es, aber keinen Beifall. Sternstunden des Mutterglücks von Caroline Allard, übersetzt von Andrea Alvermann. Es war ein Buch, das in Kanada zum Bestseller wurde und die Lektoren des Verlags begeisterte. So fiel die Entscheidung leicht, Allard’s Buch auch auf den deutschen Markt zu bringen, erzählte Birgit Sander, Verlagsleiterin Lifestyle beim mvg Verlag.


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J. Dummer

Bei dtv erschienen im Juni und im September 2015 Kim Thúy’s Romane Der Klang der Fremde und Der Geschmack der Sehnsucht in der Taschenbuchausgabe. Die Romane wurden von Andrea Alvermann und Brigitte Große übersetzt. Kim Thúy kommt im November 2015 wieder nach Deutschland und wird die eine oder andere Lesung geben. Weitere Informationen hierfür gibt es auf der Website des Verlags dtv.


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J. Dummer

Nachdem C.H. Beck 2002 Hure der Québecer Autorin Nelly Arcan herausgebracht hat, folgte im Juli 2015 ein weiterer Roman der Québecer Literatur. Die junge Übersetzerin Angela Sanmann übertrug den erfolgreichen Roman L’orangeraie von Larry Tremblay ins Deutsche, wo er mit dem Titel Der Name meines Bruders erschienen ist. Überzeugt hat das Buch Prof. Dr. Martin Hielscher, Programmleiter für Literatur bei C.H. Beck, durch sein aktuelles Thema, durch seinen poetischen Stil, der einfach zu lesen ist, und durch die Botschaft, die es auf eine schöne und subtile Art und Weise vermittelt, beinah parabelhaft. Der Name meines Bruders ist ein Buch mit einem großen Potential und ein Buch, das es zu entdecken gilt. Denn, so plädiert der Programmleiter für Literatur bei C.H. Beck, es sei ein wichtiges und bedeutendes Buch.
Eine Übersetzung verlangt eine gestalterische Arbeit des Übersetzers. Im Fall von Der Name meines Bruders war Angela Sanmann gefordert. Bei kniffligen Stellen, wo sich eine Übertragung von Wort zu Wort schwierig gestaltete, hat sie das Gespräch mit dem Autor gesucht. Über einiges wurde sehr intensiv gesprochen, verriet Herr Hielscher, um zu gewährleisten, dass der Ton stimme, es in sich stimmig sei und nicht schief klinge. Auch der Titel wurde diskutiert. Normalerweise bleibe man natürlich bei dem Titel des Originals, erklärte Martin Hielscher, bei L’orangeraie war es allerdings schwierig den Titel beizubehalten. Bei der Suche nach anderen Ausgaben ist der Verlag auf die holländische Ausgabe des Buches bei New Amsterdam gestoßen. Dort lautete der Titel wie in der nun veröffentlichten deutschen Ausgabe. Und wie der Titel es sagt, geht es in Tremblay’s Roman um ein Bruderpaar und um deren Namen, die einander ähnlich sind und die Möglichkeit des Austauschs. Die Brüder, die Zwillinge sind, zeigt auch das Cover, das viel Raum für Assoziation und Spekulation lässt.
In diesem Jahr kommt Larry Tremblay, dessen Theaterstücke teilweise auch ins Deutsche übersetzt sind und aufgeführt werden, für eine Lesung noch nicht nach Deutschland, aber vielleicht im kommenden Jahr.


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J. Dummer

Ein weiterer Roman vom Québecer Buchmarkt, der dort sehr erfolgreich ist, zahlreiche Literaturpreise und Nominierungen einheimste, ein Publikumserfolg in Frankreich ist und zudem ins Englische übersetzt wurde, ist Il pleuvait des oiseaux von Jocelyne Saucier. Es war ein Buch, auf das Übersetzerin Sonja Finck aufmerksam gemacht hatte. Im Zuge des Interesses von Suhrkamp für den hierzulande wenig bekannten Buchmarkt und einer Auslandsreise des Verlagslektors Frank Wegner im vergangenen Herbst zum Salon du livre in Montréal war schnell entschieden, das Buch ins Programm aufzunehmen. Sonja Finck hat den ausgezeichneten Roman ins Deutsche übersetzt, dabei ist es ihr gelungen, den Ton, die Wärme und die Menschlichkeit des Originals aus dem Französischen zu übertragen. Beim Insel Verlag liegt es seit August 2015 unter dem Titel Ein Leben mehr vor.
Ein Leben mehr erzählt die Suche einer Fotografin nach Überlebenden der Großen Brände, um ihre Geschichten zu hören und sie im Porträt abzulichten. Gen Ende ihrer Reise lernt sie Tom und Charlie kennen, die gemeinsam mit Boychuck ein zurückgezogenes Leben führen und einen selbstbestimmten Tod suchen. Boychuck war einer derjenigen, die den Großen Brand Anfang des 20. Jahrhunderts überlebt hatten und der in den Geschichten anderer immer auftauchte. Als sie gerade dachte, ihn gefunden zu haben, erfuhr sie von dessen Tod.
Das Setting des Buches hat Herrn Wegner überzeugt, weil es originell ist: Es zeigt drei Männer, die im Wald leben, dort in Freiheit und Würde altern und sterben, wann sie es wollen. Und auch die Vielzahl an Geschichten, die gerade mal auf 190 Seiten erzählt werden, verriet er mir und resümierte: „Es geht um diese alten Männer. Es geht um deren Leben dort. Es geht um die Fotografin, die diese Männer aufspürt, die ein ganz eigenes Projekt verfolgt. Dann schlägt es einen historischen Bogen zu den Großen Bränden in den 1910er, 1920er Jahren und es wird eine Liebesgeschichte erzählt.“ Und dann ist da noch das so bezaubernde Ende.
Wenn man Ein Leben mehr inmitten vieler Bücher sieht, zieht es die Blicke auch durch sein unglaublich starkes Cover an. Es zeigt einen älteren Mann in einem Porträt im Profil, das eventuell die Fotografin in der Geschichte so aufgenommen hätte. Dem einen oder anderen, der den niederländischen Buchmarkt kennt, dürfte das Cover bekannt vorkommen, denn es zierte den Roman Stoner des US-Amerikaners John Williams in der niederländischen Ausgabe. Mit Erlaubnis des niederländischen Verlegers ziert das Stoner-Cover Saucier’s Roman in der deutschen Ausgabe und könnte besser nicht passen. Seit seiner Veröffentlichung liefe es gut, sagte der Verlagslektor. Es zähle zu den starken Büchern für diesen Herbst, was u.a. in der Kombination aus Thema, Tonfall und Cover liege, vermutet Frank Wegner. Und da gibt es von Jocelyne Saucier noch mehr. Sie hat vier Romane veröffentlicht, Les héritiers de la mine erschien vor Kurzem in englischer Übersetzung bei Coach House Books. Vielleicht gibt es auch bald einen weiteren Titel der Autorin beim Insel Verlag, oder Bücher anderer Autoren aus Québec. Frank Wegner hat viele Eindrücke vom Salon du livre in Montréal im November 2014 gesammelt und die Vielfalt des Buchmarkts in Québec wahrgenommen. Man darf gespannt sein, in welchen Segmenten sich Veröffentlichungen aus Québec bei Suhrkamp und Insel in der kommenden Zeit zeigen werden.


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J. Dummer

Seit September diesen Jahres gibt es auch Neues in deutscher Sprache von Dany Laferrière zu lesen. Nachdem er im letzten Jahr mit seiner Übersetzerin Beate Thill für Das Rätsel der Rückkehr mit dem Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt ausgezeichnet und in diesem Jahr in die Académie française aufgenommen wurde, liegt nun das Buch Tagebuch eines Schriftstellers im Pyjama beim Verlag Das Wunderhorn vor. Aus der Vielzahl der Veröffentlichungen von Laferrière entschied sich der Verlag für das Buch Journal d’un écrivain en pyjama. Zum Rätsel der Rückkehr unterscheidet es sich sehr. Es sei aber schön, weil es ums Schreiben geht und ums Lesen und weil es alles wunderbare kleinere Texte von ihm sind, die das Buch vereint, unterstrich Verleger Manfred Metzner. In 100 Kapiteln reflektiert der Autor, wie er zum Schreiben kam, welche Autoren er gut findet, wovon er beeinflusst wurde und darüber hinaus, ergänzt Metzner, mache es nach der Lektüre weiterhin Lust und Freude. Es sei ein Plädoyer für die Freude am Entdecken von Autoren und Literatur. Für den Verlag Das Wunderhorn war es die Gelegenheit, ein Buch zu machen, das das Schreiben und das Lesen reflektiert, sagte der Verleger, und das in der wunderschönen Sprache Laferrière’s, die das Lesen zum Vergnügen werden lässt. Der Autor zeigt sich als faszinierter, neugieriger Leser, der ein gigantisches Wissen über Literatur hat und das er teilt, in Büchern und in Interviews oder auf Lesungen wie zuletzt auf dem Foire du livre in Brüssel Anfang des Jahres.
Tagebuch eines Schriftstellers im Pyjama erscheint in einem quietschgelben Cover, das schwarze, unförmige Streifen erkennen lässt, die bei näherer Betrachtung einem Tier ähneln, das vom Gestalter des Verlags Leonard Keidel kommt und auch auf das Originalcover verweist. Aber noch ein Wort zum Titel: Der Schriftsteller im Pyjama, was für eine Vorstellung. Stünde er im Schlafanzug vor einem, wäre das nur halb so elegant. Manfred Metzner ließ schon mal anklingen, dass für das kommende Jahr eine Lesereise mit dem charismatischen Dany Laferrière geplant ist. Genaueres hierüber gibt es auf der Verlagswebsite oder über das Abo des Newsletters. Und was wie Manfred Metzner noch verriet, wird es weitere Bücher von Laferrière in deutscher Übersetzung geben. Ich bin gespannt, tauche aber erst einmal in die Kapitel von Tagebuch eines Schriftstellers im Pyjama.


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J. Dummer

Nach der genaueren Betrachtung der Übersetzungen, die in diesem Jahr aus der Québecer Literatur auf dem deutschen Buchmarkt erschienen sind, lohnte sich ein Besuch der Québecer Verlage auf der Frankfurter Buchmesse. Was gab es Neues im Programm?

Neuerscheinungen bei den Québecer Verlagen


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J. Dummer

Wie schon im letzten Jahr waren die Verlage aus Québec auf der Frankfurter Buchmesse in zwei Hallen untergebracht. Am Gemeinschaftsstand von Québec édition in Halle 5.1 konnten Interessierte u.a. die Neuheiten von Alto entdecken. Alto feiert 2015 sein zehnjähriges Jubiläum. Im aktuellen Programm zu finden ist Le parfum de la tubéreuse von Élise Turcotte. Erfolgreicher Autor bei Alto ist Larry Tremblay, dessen Buch L’orangeraie in diesem Jahr auch auf Deutsch erschienen ist. Nicolas Dickner’s Roman Nikolski erschien vor acht Jahren beim Québecer Verlag. Für seinen aktuellen dritten Roman Six degrés de liberté wurde der Autor mit dem Prix du Gouverneur général ausgezeichnet.


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J. Dummer

Mit B wie Boréal ging es dann weiter am Gemeinschaftsstand von Québec édition in Halle 5.1. In diesem Jahr brachte der Verlag bereits die Romane Ce qu’il reste de moi von Monique Proulx und Amanita Virosa von Alexandre Soublière heraus, zwei lesenswerte Roman, die in Montréal spielen, sowie Métis Beach von Claudine Bourbonnais. Métis Beach spielt in Kanada und den USA und deckt 50 Jahre des Lebens ab von Roman Carr, geborener Romain Carrier. Als junger Mann wurde er angeklagt, woraufhin er floh und ein neues Leben in New York begann. Später wurde er ein erfolgreicher Szenarist in Hollywood, bis ein Ereignis ihn zurück in seine Vergangenheit führt. Der Debütroman von Claudine Bourbonnais war in Québec drei Monate auf der Bestsellerliste.
Anfang November 2015 erscheint der erste Roman von Tristan Malavoy-Racine, der auf drei Gedichtbänden, zwei Alben und einer EP folgt. Für Le nid de pierres kehrte der Autor an den Ort zurück, an dem er aufgewachsen war, in das Dorf Saint-Denis de Brompton in Québec. Ein Pärchen zieht von der Stadt zurück aufs Land und wünscht sich, ein Kind in die Welt zu setzen. Die Geschichte des Dorfes führt zurück zu amerindianischen Legenden, denn damals wanderten die Halbnomaden der Abénaquis regelmäßig durch diesen Ort. Somit kreuzen sich Stimmen der Gegenwart und der Vergangenheit zu Tod, Liebe, Zeit und Leben.


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J. Dummer

Anfang des Jahres veröffentlichte La Peuplade den beeindruckenden Westernroman von Dominique Scali À la recherche de New Babylon, im August 2015 folgte der Roman Soleil von David Bouchet. Soleil ist der erste Roman des Autors, Drehbuchautors und Verlegers, der im Senegal aufgewachsen ist. Er erzählt aus der Perspektive eines Jungen, dessen Vater sich nach der Ankunft in der neuen Heimat Montréal immer mehr zurückzieht. Dieser gräbt ein Loch im Keller, was den Sohn zum Entschluss bringt, den Wahnsinn seines Vaters zu beenden. Nirliit von Juliana Léveillé-Trudel führt weg von der Stadt in den Hohen Norden Québecs. Die Erzählerin richtet sich in dem Roman an eine verschwundene Freundin aus dem Norden. Sie versucht mit dem Verlust umzugehen. Sie erzählt ihrer abwesenden Freundin auch, was aus ihrem Sohn geworden ist, der im zweiten Teil des Romans die Erzählung übernimmt. Bereits angekündigt für Anfang November ist Ukraine à fragmentation von Frédérick Lavoie, einem Journalisten, dessen Buch mit einem Foto beginnt. Es zeigt den vierjährigen verstorbenen Jungen Artyom. Der Erzähler richtet sich an ihn und erzählt die Ereignisse im Konflikt der Ukraine nach, die zu dessen Tod geführt haben und sein Land vom Frieden in den Krieg.


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J. Dummer

Von La Peuplade ging es gleich nebenan zu Le Quartanier. Nachdem bereits La nageuse au milieu du lac von Patrick Nicol und L’homme qui a vu l’ours von Patrick Roy erschienen sind, erzählte mir Félix Philantrope von L’année la plus longue von Daniel Grenier. Es sei das beste Buch, das sie gemacht haben, sagte er. Im Stil eines amerikanischen Epos reicht die Geschichte von Februar 1987 bis in das künftige Jahr 2047 und folgt drei Generationen einer Familie. Das war für dieses Jahr noch nicht alles. Bei Le Quartanier werden demnächst die ersten Jugendbücher erscheinen, darunter eine fünfteilige Reihe von Samuel Archibald.


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J. Dummer

Bevor der Hallenwechsel anstand, schaute ich noch bei XYZ éditeur vorbei, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Unter den diesjährigen Neuerscheinungen befinden sich Dominique Stévez La Salle mit seinem Debütroman Le saint patron des backpackers und Claudine Dumont mit ihrem zweiten Roman La petite fille qui aimait Stephen King. In der Reihe Quai no 5 erschien die erste Graphic Novel Grand père et la lune von Stéphanie Lapointe und Rogé. In der Kombination aus Text der Sängerin Stéphanie Lapointe und des Zeichners Rogé spricht es ein weites Publikum an. Ausgehend von dem Erlebten der Sängerin, die vor einigen Jahren an dem Musikwettbewerb Star Académie als Siegerin hervorging, ist Grand père et la lune eine Erzählung über das Leben, Träume und die Realität, die mit hohem Druck auf den Einzelnen wirken kann. Es ist eine Parabel, die Raum für Interpretation und die eigene Geschichte des Lesers lässt. Ein junges Mädchen und dessen Opa haben eine außergewöhnliche Beziehung, die nur wenige Worte braucht. Als seine Enkelin an einem Wettbewerb teilnimmt, um auf den Mond zu fliegen und sie auf dem Weg ins Universum ist, ereilen sie Ängste. Sie denkt an Neil Armstrong und den ersten Affen, der ins Weltall geschickt wurde. Die Welt wird immer kleiner und die Dunkelheit weitet sich aus. Rogé hat die handschriftlichen Worte, die wie Bleistiftnotizen auf Papier wirken, in schöne Zeichnungen verpackt. Sie unterstützen das geschriebene Wort und schaffen eine besondere Atmosphäre.

An einem neuen Tag zeigte ein Besuch in Halle 6.0, was die Verlage Leméac, Les Allusifs, Libre Expression, Stanké und Québec Amérique in diesem Jahr im Programm haben. Bei Leméac weckte besonders der aktuelle Roman von Marc Séguin, Alice Nord, meine Interesse. Nach Hollywood, wo die Geschichte in den USA spielt, ist Ort des Geschehens in Séguin’s neuem Roman Nunavik, wohin es den Protagonisten verschlagen hat. Neben seiner Arbeit als Chirurg verbringt er seine Zeit damit, Frauen über das Internet zu treffen, zu angeln oder über die Männer seiner Familie nachzudenken.


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J. Dummer

Claire Legendre veröffentlichte ihren Roman Le nénuphar et l’araignée bei Les Allusifs, einem Verlag, der neben Autoren aus Québec auch Literatur aus aller Welt herausbringt.
La bête à sa mère von David Goudreault erschien in der ersten Hälfte des Jahres bei Stanké. Am Stand des Verlags wurde das Buch, sein Autor und ein Zitat von Fred Pellerin zum Buch abgebildet. Der Sänger, Erzähler und Autor aus Québec war sichtlich beeindruckt von der Lektüre.


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J. Dummer

In seinem schrillen Cover zog Poutine pour emporter von Marie Eve Gosemick die Augen auf sich. Darin macht sich Fred Proulx auf die Reise raus aus seinem Alltag, in dem er Poutine serviert, nach Kolumbien.
Neu in diesem Jahr bei Libre Expression, dem Hausverlag von Kim Thúy, ist Ma vie est entre tes mains von Suzanne Aubry. Die Autorin, die Fanette, eine historische Saga in sieben Teilen geschrieben hat, erzählt in ihrer neuesten Veröffentlichung die Geschichte von drei Freunden, die 1997 begann, als eine Hausbesetzung schief läuft. Daraufhin nimmt einer von ihnen eine neue Identität an, ein anderer wird verhaftet und verurteilt und der Dritte landet verletzt im Krankenhaus. Nach einigen Jahren stehen sie sich wieder gegenüber und das vergangene Leben gelangt wieder an die Oberfläche.


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J. Dummer

Tromper Martine von Stéphane Dompierre gesellt sich zu den beiden Romanen Un petit pas pour l’homme und Mal élevé des Autors, alle erschienen bei Québec Amérique. Der Verlag war ebenfalls in Halle 6.0 am Gemeinschaftsstand von Livres Canada Books zu finden. Beim Schlendern durch die Gänge fielen mir die Übersetzungen von Perrine Leblanc’s Malabourg und Claudine Dumont’s Anabiose auf. The Lake, Malabourg in der Übersetzung von Lazer Lederhendler, und Captive, Anabiose in der Übersetzung von David Scott Hamilton, erschienen beide bei House of Anansi, in der Reihe Arachnide. Beide Übersetzungen wurden in diesem Jahr für den Prix du Gouverneur général nominiert.
Auch die Übersetzung von Emmanuelle Walter’s Essai Sœurs volées, veröffentlicht 2014 bei Lux éditeur, hatte in diesem Jahr Aussichten auf einen Prix du Gouverneur général.


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J. Dummer

Von der Frankfurter Buchmesse 2015 kehrte ich mit zahlreichen neuen Eindrücken heim und mit ausreichend Leseempfehlungen für den Winter. Um mehr darüber zu erfahren, schaut regelmäßig auf quélesen vorbei, wo ich die Bücher vom Québecer Buchmarkt vorstelle.