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quélesen: Des lames de pierre von Maxime Raymond Bock

Was bedeutet es, in der heutigen Zeit ein Dichter zu sein?

Ein alter, einsamer Dichter namens Robert Lacert, der ein zurückgezogenes Leben inmitten zahlreicher Kartons führt, die seine unzähligen Niederschriften enthalten, erzählt dem jungen Vater und Autor Episoden seines Lebens. Wie es im Titel Des lames de pierre heißt, sind es Auszüge, die wahr oder ausgeschmückt sind. Der junge Vater und Autor, der der anonyme Erzähler in der dritten Veröffentlichung von Maxime Raymond Bock ist, hat nach der Veröffentlichung seines ersten Romans und nach der Geburt seiner Kinder kaum mehr geschrieben. In der Freundschaft zu Robert Lacert erkennt er etwas, das ihn wieder zum geschriebenen Wort und der darin verborgenen Schönheit zurückführt.

Es ist ein bewegtes, turbulentes Leben, das Robert Lacert führte. Er kam im November 1941 auf die Welt. Nach dem Ende seine Schulzeit im Alter von 14 Jahren arbeitete er als Koch in einer Holzfällerhütte im Norden Québecs. Dort lernte er Denis Berval kennen, der ihm von Dichtern erzählte und ihn zum Schreiben brachte, bevor sie aus der Hütte flohen und ihre Jobs als Küchenhilfen hinter sich ließen. Eines Tages lernte er den Bohemien Simon kennen und wurde Teil der Künstlerszene in Sherbrooke. Bald darauf reiste er gemeinsam mit Simon auf den Spuren von Jacques Kerouac durch Amerika gen Mexiko. Viele Jahre des Umherirrens und gewaltiger Vorfälle endeten schließlich in der Rückkehr nach Québec, Montréal, wo er regelmäßig Dichterkreise besuchte. Nie las er dort eines seiner Gedichte vor aber eines Tages traf er auf den jungen Autor, der ihn bis zum Ende seines Lebens begleiten würde.

Des lames de pierre ist eine interessant erzählte Novelle, die sich zwischen der Kurzgeschichte und dem Roman einordnen lässt. Maxime Raymond Bock – Autor von Atavismes und Rosemont de profil, die beide bei Le Quartanier erschienen sind – erörtert die Belanglosigkeit eines Lebens und die Bedeutung von Dichtung. Robert Lacert hörte nie auf zu schreiben und sammelte seine Niederschriften, die aus seiner überfüllten Wohnung irgendwann den Weg auf die Straße fanden.

Maxime Raymond Bock: Des lames de pierre
Novelle
Le Cheval d’août, 2015
112 Seiten
18,95 $

Des lames de pierre von Maxime Raymond Bock ist die dritte Publikation, die bei dem noch jungen Québecer Verlag Le Cheval d’août erschienen ist.

Ein Zitat:
« Comme quartre-vingt-quartorze autres personnes au Québec, Robert Lacerte est né le 18 novembre 1941. C’était sur la rue Principale à Saint-Donat, et plus tard il a cru voir des similitudes entre sa poésie et celle de Gaston Miron en raison de leurs origines laurentiennes, comme si les arbres, les renards, les coudes de rivières, les montagnes et les vapeurs toxiques des vacanciers avaient une incidence primordiale sur la genèse des mots. Mais les mots font souvent à leur manière, et il ne partagerait jamais avec Miron que ces origines communes. Parmi les poètes montréalais, on l’avait surnommé Baloney. Il ne m’en a pas révélé la cause, et j’ai fini par croire qu’il n’en savait rien lui-même. Il était bien moins ridicule que ce surnom ne le laissait présager, seulement un peu démuni dans le corps, dans l’esprit, dans la démène quotidienne qu’a été sa vie de satellite, systématiquement à côté du temps fort, à la remorque des autres, au fond toujours seul. Ses faiblesses, tout le monde les avait perçues. Personne n’avait vu ses ruades, par contre, ses moulinets éperdus dans le silence. Il est mort, comme cent cinquante-six autres Québécois, le 6 janvier 2009. C’était à Maisonneuve-Rosement. » – Maxime Raymond Bock: Des lames de pierre, Le Cheval d’août, 2015, S. 5